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Tag der Selbsthilfegruppen in Darmstadt

Auf dem Darmstädter Friedensplatz war die ASS am 15. 6. 2024 wie jedes Jahr mit einem Infostand beim Tag der Selbsthilfegruppen vertreten. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit der Stadt Darmstadt und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband organisiert.

Ehrung für langjährigen ASS-Vorsitzenden Hajo von Uffel

Im Namen der Stadt Darmstadt überreichte Oberbürgermeister Hanno Benz die „Ehrenurkunde für verdiente Bürgerinnen und Bürger für hervorragendes langjähriges Wirken im Dienste der Allgemeinheit“ an Hajo von Uffel, denn:

In den vergangenen 12 Jahren hat er die Selbsthilfeorganisation mit großem Erfolg und Engagement geleitet, immer auch im persönlichen Einsatz für die Belange und Nöte der Abhängigen.

Trotz seiner jetzigen Position als Ehrenvorsitzender bleibt er weiterhin aktiv, indem er beispielsweise die Darmstädter Gruppe am Freitagabend leitet und dem neuen Vorstand als „senior consultant“ mit Rat und Tat zur Seite steht.

Das Video „Von der Gesellschaft ausgegrenzt“ , veröffentlicht von focus-online, zeigt ein Porträt von Hajo.

Hinweis: mit diesem Link verlassen Sie die ASS-Website.

Die ASS feiert 40jähriges Jubiläum

Gründungsmitglieder

Einige Gründungsmitglieder des Vereins waren gekommen.

Für den 20.4.2024 hatte die ASS zu ihrem 30. Begegnungstag und gleichzeitig zur Jubiläumsveranstaltung ins Griesheimer Bürgerhaus St. Stephan eingeladen.

Im Namen der ASS begrüßte die zweite Vorsitzende Lisa von Uffel Vereinsmitglieder, Gäste und Kooperationspartner. Sie überbrachte Grüße des derzeit erkrankten ersten Vorsitzenden Jürgen Schütze, der an diesem Tag nicht anwesend sein konnte.

Auf seine bekannt unterhaltsame und humorvolle Weise führte Detlef Betz, ehemaliger Leiter des Referates Suchtfragen im Diakonischen Werk Hessen und Nassau, durch die Veranstaltung.

Es waren namhafte Vertreterinnen und Vertreter des gesamten Themenbereiches „Sucht, Selbsthilfe und Therapie“ an diesem Tag gekommen.

 

Als Ehrengäste und Kooperationspartner/-innen wurden begrüßt 

Herbert Everts, 3. Ehrenvorsitzender der ASS und Gründungsmitglied

Hajo von Uffel, 4. Ehrenvorsitzender der ASS, aktives Mitglied und „Seniorberater“ des Vorstandes

Elke Hinn, Monika Koschwitz  und Heidi Fürstenhöfer, Gründungsmitglieder der ASS

Kerstin Rös, Dipl. Psychologin  und Supervisorin der ASS

Als Vertreter der Suchtklinik Haus Burgwald in Mühltal: Steffen Losch, Leiter und Dr. Peter Beck, ehemaliger Ärztlicher Leiter

Der Suchttherapeut und langjährige Mediator der ASS, Werner Kiefer, ließ seine Glückwünsche durch Hajo von Uffel überbringen.

Dankesworte seitens der ASS richteten sich an die Stadt Griesheim und Stadt Darmstadt sowie an die aktiven Mitglieder der ASS.

 

Grußworte

Rudi Stadler, ehemaliger Leiter der Landeskonferenz der Suchtkrankenhilfe, blickte auf seine langjährige Verbundenheit zur ASS zurück.

Martin Meding, Vorsitzender der ELAS (Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Suchthilfe der Diakonie Hessen), sprach über die Bedeutung der Selbsthilfe.

Frau Wiechert vom Caritasverband berichtete über die fruchtbare Zusammenarbeit mit der ASS und anderen Selbsthilfegruppen. Sie richtete Ihren Dank insbesondere auch an die Lotsen und Lotsinnen der ASS, die das von der Caritas initiierte „Lotsennetzwerk Rhein Main“ aktiv unterstützen.

Frau Karin Wyschka  (Koordinatorin der Sucht- und Drogenhilfe der Stadt DA) betonte die große Bedeutung der Zusammenarbeit der Stadt Darmstadt mit den Selbsthilfeorganisationen.

 

Vorträge

Mehrfachabhängigkeit und neue Substanzen von Andreas Gohlke (ELAS Vorstand und Leiter Scentral Drogenhilfe Darmstadt):

Mehrfachabhängigkeiten sind heute verbreiteter denn je. Dabei steht die Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten oft im Vordergrund, denn Alkohol und Beruhigungsmittel haben die gleiche chemische Wirkungsweise. Konsumiert wird aber außerdem alles, was im Körper Endorphine erzeugt und dadurch gute Gefühle vermittelt.

Herr Gohlke berichtete über die schnellen und gravierenden Veränderungen in der Drogenszene, mit der seine Beratungsstelle tagtäglich konfrontiert ist. Lachgas als neue Party- und Freizeitdroge, Fentanylpflaster mit der 50- bis 100fachen Wirkung von Heroin, Designerdrogen oder „Badesalzdrogen“ sind nur einige Beispiele. Oft wissen die Konsumenten nicht, was sie da eigentlich zu sich nehmen. In bunten Tütchen professionell verpackt und ohne Inhaltsdeklaration stecken oft lebensgefährliche Substanzen. Sogenannter Mischkonsum macht medizinische Hilfe im Notfall noch schwieriger, weil meistens nicht bekannt ist, welche Substanzen im aktuellen Fall gerade zusammen wirken.

Sucht und Depression von Prof. Dr. Markus Steffens (Chefarzt Klinik Hohe Mark Oberursel):                           

Suchtmittelabhängigkeit und Depressionen treten oft gleichzeitig auf, wobei jeweils eine Erkrankung die andere hervorrufen kann. Die Erfahrung von Linderung seelischen Leidens durch den Konsum von Suchtmitteln führt leicht in eine Spirale von Abhängigkeit und Depression. Umgekehrt ist es möglich, dass zu einer Suchterkrankung in ihrem Verlauf eine Depression hinzukommt. Prof. Dr. Steffens stellte in seiner Präsentation die Krankheitsbilder und Therapiemöglichkeiten vor.

 

Die Jubiläumsfeier

Nach einem köstlichen Mittagessen wurden die anwesenden aktiven Mitglieder der ASS vorgestellt, die nicht nur diesen Tag vorbereitet, gestaltet und im Hintergrund hart gearbeitet hatten, sondern ebenso als ausgebildete Suchtkrankenberater/-innen und Gruppenleiter/-innen mit großem Engagement in den Beratungsstellen und bei den Gruppentreffen tätig sind und außerdem noch viele andere Aufgaben erledigen.

Ein Interview mit einigen Gründungsmitgliedern der ASS vermittelte einen Eindruck davon, was es bedeutete, in einer Zeit, in der das Thema Sucht in der Öffentlichkeit kaum thematisiert und negativ bewertet wurde, sich zu dieser Krankheit zu bekennen. Mit einem zunehmenden Beratungsangebot für andere Betroffene und durch die Gründung  eines Vereins gewann die ASS mehr und mehr an Bedeutung und im Laufe der Zeit auch Anerkennung auf breiter Basis.

Anschließend boten Lisa von Uffel und Detlef Betz eine unterhaltsame Präsentation der spannenden Geschichte der ASS seit 1984, die viele aufregende und schöne, aber auch wehmütige Erinnerungen weckte. 

Die an diesem Jubiläumstag versammelten Mitglieder und Gäste des Vereins erfuhren noch, dass ihr langjähriger Vorsitzender Hajo von Uffel demnächst die „Ehrenurkunde für verdiente Bürgerinnen und Bürger“ der Stadt Darmstadt überreicht bekommen würde.

Bei Kaffee und leckeren selbst gebackenen Kuchen klang die überaus gelungene und reichhaltige Veranstaltung aus.

Die A.S.S. hat einen neuen Vorstand

Bei den Vorstandswahlen am 5. Mai 2023 verabschiedete sich Hajo von Uffel nach 12 Jahren von seinem Ehrenamt als 1. Vorsitzender. Vieles hat er für die Suchtkrankenhilfe in Darmstadt und Umgebung geleistet und die Arbeit der Alkohol- und Suchtselbsthilfe e.V. in mancherlei Hinsicht weiter vorangebracht – immer im engagierten Einsatz für die Belange und Nöte der Abhängigen.

Nun wurde Jürgen Schütze zu seinem Nachfolger gewählt. Jürgen leitet seit vielen Jahren verschiedene Motivationsgruppen der A.S.S., außerdem das wöchentliche Zoom-Gruppenmeeting. In den vergangenen 4 Jahren war er zweiter Vorsitzender des Vereins.

Das Darmstädter Echo veröffentlichte am 15. Mai 2023 ein Interview mit beiden.

Zur zweiten Vorsitzenden wurde Lisa von Uffel gewählt, unsere langjährige Suchtkranken-Beraterin und Leiterin der Frauengruppe, zur Rechnerin Frau Sonja Hauswald und zum Schriftführer Herr Wolfgang Zissel.

29. Begegnungstag der Alkohol- und Suchtselbsthilfe e.V.

Am Samstag, den 29. April fand der diesjährige Begegnungstag der Alkohol- und Suchtselbsthilfe e.V. statt. Eingeladen waren Freunde, Förderer, Gruppenmitglieder, Aktive und Mitglieder der ASS.

Die Veranstaltung, die den Mitgliedern der 11 ASS-Motivations- und Festigungsgruppen (incl. Zoom-Gruppe) ermöglicht, sich auch gebietsübergreifend kennenzulernen, fand damit zum 29. Mal statt.

Die Stadt Griesheim hatte dem Verein dankenswerter Weise wieder ihr Bürgerhaus „St. Stephan“ zur Verfügung gestellt.

Nach der Begrüßung und Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden der ASS, Hajo von Uffel, drückten Volker Weyel vom KPRD (Kommunaler Präventionsrat der Stadt Darmstadt), Suchtexperte Detlef Betz  sowie Rudi Stadler von der Hessischen Landeskonferenz Suchtselbsthilfe (HLS) und der Ehrenvorsitzende der ASS, Herbert Everts, ihre Verbundenheit mit der ASS sowie ihren Dank für die geleistete Arbeit aus.

Das Thema des Tages lautete diesmal: „Was steht dahinter?“ Frau Kerstin Rös, selbständige Psychologin und Therapeutin in der Suchtabteilung der Salus Klinik in Friedrichsdorf referierte zu diesem Thema: Mit der Suchtproblematik sind oft Depressionen verbunden. Um z.B. Antrieblslosigkeit zu durchbrechen, spielt der Aufbau belohnender Aktivitäten durch positive Verstärker (Belohnungen) und die Vermeidung negativer Verstärker eine wichtige Rolle. Die Frage „Wie kann man Grübeln vermeiden?“ wurde durch das „Warum-Wie-Experiment“ veranschaulicht: bei einer Problemstellung das „Warum“ in den Vordergrund zu stellen, führt zum Grübeln (Warum ausgerechnet ich? Warum …?) . Die erfolgversprechendere Fragestellung heißt: Wie kann ich mit einem Problem umgehen? Anstatt in einer Gedankenschleife fest zu hängen führt dieses Vorgehen zu Lösungsmöglichkeiten.

Schlafhygiene, Prioritäten richtig setzen, sich eigene Werte bewusst machen, Wochenplanung gehören zu den wichtigen Elementen einer erfolgreichen (Selbst-)Therapie.

Eine Aussprache zum Tagesthema im Plenum bildete den  Ausklang der Veranstaltung.

Liebe Freunde, Förderer und Mitglieder,

wir schauen nun auf ein Jahr zurück, in dem die Pandemie unser Leben und auch die Aktivitäten unseres Vereins nicht mehr so stark beeinträchtigt hat wie in den vergangenen zwei Jahren. Alle Präsenztreffen konnten wieder stattfinden.            

Allerdings haben wir die Gruppe in Leeheim nicht wieder aktiviert. Hauptgrund war der Tod der Gruppenleiterin Hildegard Schäfer, deren viel zu frühes Ableben wir sehr bedauern. Auch unser Gruppenleiter und Berater Walter Bartl ist plötzlich verstorben. Dieser herbe Verlust konnte durch Übernahme seiner Aufgaben in Ober-Ramstadt und Reinheim durch andere Aktive ausgeglichen werden.

Unsere Beratungstätigkeit konnten wir wieder voll aufnehmen. Die Beratungstermine in Darmstadt, mit zwei Beratern parallel, sind fast jeden Mittwoch ausgebucht.         

Wir haben wieder an Projektwochen von Schulen teilgenommen, was wir auf Grund der guten Mitarbeit der Schüler sehr gerne tun.                                                     

Unsere ganztägige Fortbildung und das beliebte Sommerfest in Griesheim konnten wir durchführen

All unseren Freunden, Förderern und Mitgliedern möchte ich im Namen der ASS herzlich danken für die vielfältige Unterstützung, die Sie dem Verein im zu Ende gehenden Jahr gewährt haben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr!

Hajo von Uffel, 1. Vorsitzender      

im Dezember 2022   

 

„Alkohol ist doch nichts anderes als Kiffen! Oder doch?“

Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich am 6. April 2019 ca. 80 Besucher im Bürgerhaus „St. Stephan“, das die Stadt Griesheim für diesen Anlass dankenswerter Weise wieder zur Verfügung stellte. In diesem Jahr fand der ASS-Begegnungstag, bei dem sich die Mitglieder der 11 Motivations- und Festigungsgruppen auch gebietsübergreifend kennenlernen sollen,  zum 27. Mal statt.

In ihren Grußworten drückten u.a. Volker Weyel vom KPRD (Kommunaler Präventionsrat der Stadt Darmstadt), Detlef Betz im Namen der ELAS und des Diakonischen Werkes (rechts im Bild), Dipl.-Psych. Nica Böttcher von der Salus-Klinik Friedrichsdorf sowie Rudi Stadler von der Hessischen Landeskonferenz Suchtselbsthilfe (HLS) und der Ehrenvorsitzende der ASS, Herbert Everts, ihre Verbundenheit mit der ASS sowie ihren Dank für die geleistete Arbeit aus. Der Vorsitzende der ASS, Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_3948-2-1024x683.jpgHajo von Uffel (links im Bild), erläuterte den Grund für das Thema des Tages: Immer mehr muss sich die Suchtkrankenhilfe auch mit anderen Drogen als Alkohol beschäftigen. In weiser Voraussicht haben die Gründer den Verein vor 35 Jahren „Alkohol- und Suchtselbsthilfe“ genannt, denn: Der reine Alkoholiker ist mittlerweile fast eine Seltenheit. Daher sollte dieser Begegnungstag einmal über andere Drogen informieren.

Frau Dipl. Psych. Kerstin Rös, Suchttherapeutin an der Salus-Klinik Friedrichsdorf, gab in ihrem Fachvortrag  „Alkohol ist doch nichts anderes als Kiffen! Oder doch?“ einen hoch interessanten Überblick über die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Konsum/enten verschiedener Drogen im Vergleich zum Alkohol. Laut einem Weltdrogenbericht der UN von 2018 sind Cannabis, Heroin und Kokain auf dem Vormarsch, wobei weltweit keine Droge so häufig konsumiert wird wie Cannabis. So haben im Jahr 2016 rund 192 Millionen Männer und Frauen Cannabis konsumiert, das sind 16% mehr als im Jahr zuvor. In Deutschland war in diesem Zeitraum ein starker Anstieg des Konsums bei 45-64jährigen zu verzeichnen. Im Jahr 2016 gab es 25 Millionen oder rund zehn Prozent mehr Erstkonsumenten.

Weitere Hauptpunkte des Vortrages waren:

  • Definition von Drogen 

  • Einteilung psychoaktiver Substanzen

  • Produkte und Konsumformen

  • Warum nehmen Menschen Drogen?

  • Mischkonsummuster

  • Vorstellung einzelner illegaler Suchtmittel

  • Therapieinhalte bei polyvalenter Abhängigkeit

  • Exkurs: Hilfe im Internet www.drugcom.de

 

Bei Kaffee und leckeren selbst gebackenen Kuchen und Torten klang der diesjährige Begegnungstag aus.